Anlage 3: Spielregeln Minibasketball Deutschland

Um den Basketballsport in Qualität und Quantität weiter zu entwickeln, wurden einheitliche und verbindliche Regeln und Spielvorgaben für den Mini-Bereich in allen Landesverbänden des DBB geschaffen. Alle Trainer und Schiedsrichter, die in und mit dieser Altersgruppe aktiv sind, tragen eine besondere Verantwortung. Ihre Arbeit bestimmt die ersten spielerischen Erfahrungen und Erlebnisse im Basketball und damit die sportliche Entwicklung der Kinder und der Sportart.

Mehr noch als in der U12 gilt es, möglichst viele Kinder für den Basketballsport zu begeistern. In einer positiven, spaß- und spielorientierten Atmosphäre sollen alle Kinder, die trainieren, auch die Gelegenheit bekommen, sich im Wettkampf auszuprobieren. Das gemeinsame Spielen sollte dabei vor dem Ergebnis stehen.

Taktische Strukturen in Angriff oder Verteidigung haben in dieser Altersgruppe keinen Platz. Der Spaß an Spiel und Bewegung sowie die Vermittlung individueller Erfolgserlebnisse für jedes Kind sollten im Vordergrund stehen. Trainingseinheiten sollten große spielerische Anteile haben und auf "Drills" verzichten. Spiele oder Übungen zur allgemeinen motorischen Ausbildung im Training müssen nicht immer einen für die Kinder direkt sichtbaren Basketballbezug haben oder mit einem Basketball stattfinden.

Trainer und Übungsleiter in dieser Altersgruppe sollten diese Grundlagen und Empfehlungen bereits bei der Planung ihrer Trainingseinheiten berücksichtigen. Von ihnen und den Schiedsrichtern in dieser Altersgruppe sind grundsätzlich Augenmaß und pädagogisches Geschick gefordert.

Die Mensch-Mensch-Verteidigung ist vorgeschrieben, das heißt, der Verteidiger darf sich nicht mehr als 2 Meter vom Gegenspieler entfernen. Eine klare Mensch-Mensch-Zuordnung muss permanent sichtbar sein. Wenn ein Spieler mal 3-4 Meter von seinem Gegenspieler entfernt steht, weil er ihn gerade aus den Augen verloren hat, und kein unmittelbarer Vorteil für ihn daraus entsteht, soll das Spiel weiterlaufen. Das Spielen soll im Vordergrund stehen.

Auch alle anderen Regelübertretungen (speziell die Zeitregeln) sind großzügig und entsprechend dem offensichtlichen technischen Vermögen des einzelnen Kindes zu ahnden. Entscheidungen und Strafen sollten im Zweifel kurz erklärt werden. Vor jedem Spiel findet ein kurzer Austausch mit beiden Trainern und den Schiedsrichtern über den Entwicklungsstand der Kinder statt und eine gemeinsame Linie wird vereinbart. Dabei sollen die Kinder und der Spielfluss und nicht die Regeln im Vordergrund stehen. Die Trainer sollten über diese Linie auch mit den zuschauenden Eltern kommunizieren, um störende Einflüsse auf Kinder und Spielgeschehen von außen zu vermeiden.

Die Trainer sollten während des Spiels mit Erklärungen und ggf. entsprechenden Anweisungen (taktisches Verhalten) die Tätigkeit der Schiedsrichter ergänzen. Das lautstarke Kritisieren von Entscheidungen im laufenden Spiel ist in jedem Fall das falsche Signal und Vorbild für die Kinder, das Trainer und Kinder ebenfalls unnötig vom Spielgeschehen ablenkt.

Alle Trainer und Vereine sollten versuchen, Kindertraining und -wettkämpfe in Hallen durchzuführen, die über höhenverstellbare Korbanlagen verfügen. Das Absenken des Zieles ist sowohl für die Ausbildung der Kinder als auch für die Erfolgserlebnisse jedes einzelnen Kindes förderlich. Dort wo solche Hallen noch nicht vorhanden sind, sollten die Vereine gemeinsam mit den Eltern und ggf. den Lehrkräften von Grundschulen eine entsprechende Nach- oder Umrüstung bei den Hallenträgern einfordern. Eine Beteiligung an den Kosten durch die (Förder-)Vereine oder Spenden kann dabei natürlich hilfreich sein. Bei Renovierungsarbeiten oder Neubauten sollten die Vereine ebenfalls rechtzeitig die Hallenträger kontaktieren und auf den Einbau entsprechender Korbanlagen hinwirken.

RegelungU8U10U12Grundschulliga
Spielzeit8 x 5 Minuten (gestoppt)8 x 5 Minuten (gestoppt)8 x 5 Minuten (gestoppt)8 x 4 oder 8 x 5 Minuten
HalbzeitSeitenwechsel
kurze Wechselpause
Seitenwechsel
kurze Wechselpause
Seitenwechsel
kurze Wechselpause
Seitenwechsel
kurze Wechselpause
Unentschieden
Verlängerung
Bei allen Spielen, bei denen das Ausspielen eines Siegers nicht unbedingt erforderlich ist (Platzierung/Qualifikation) ist ein Unentschieden als Ergebnis möglich. Muss es eine Siegermannschaft geben, so wird die Spielzeit jeweils um eine Periode von drei Minuten verlängert. Vor dieser Periode ist ein Spielerwechsel möglich, während einer Verlängerung jedoch nicht.
SpielballGröße 4Größe 5
Leichtere Modelle zulässig
Größe 5
Originalgewicht
Größe 5
Leichtere Modelle zulässig
SpielfeldKleineres Feld/Grundschule
(niedrige Körbe)
Normales Feld/Querfeld
(niedrige Körbe)
Normales Feld/Querfeld
(niedrige Körbe)
Normales Feld/Querfeld
(niedrige Körbe)
Spieleranzahl3 gegen 3 (Ganzfeld)4 gegen 44 gegen 44 gegen 4
EinsatzzeitenJedes Kind muss mindestens 2 Perioden spielen und 2 Perioden aussetzen.
Spielerwechsel ist nur in den Pausen möglich.
Ausnahme zum SpielerwechselKann ein Kind aus körperlichen oder seelisch-emotionalen Gründen eine Periode nicht auf dem Feld beenden, so ist in Abstimmung zwischen Betreuern und Schiedsrichter ein außerordentlicher Spielerwechsel zulässig. Eingewechselt werden darf nur das Kind, das zu diesem Zeitpunkt am wenigsten Spielzeit hatte. Die Periode wird nur für das ausgewechselte Kind als gespielt gewertet.
Korbhöhe2,05 m - 2,60 m2,60 m2,60 m2,60 m
Drei-Punkte-Wurfohneaußerhalb der Zoneaußerhalb der Zoneaußerhalb der Zone
Freiwurflinie2 Meter nach vorne bzw. soweit vor wie nötig.
Übertreten verboten
1 Meter nach vorne bzw. soweit vor wie nötig.
Übertreten verboten
1 Meter nach vorne bzw. soweit vor wie nötig.
Übertreten verboten
1 Meter nach vorne bzw. soweit vor wie nötig.
Übertreten verboten
3-Sekunden-Regel
5-Sekunden-Regel
8-Sekunden-Regel
24-Sekunden-Regel
Keine Anwendung.
Schiedsrichter ahnden nur bei unfairen und massiven Überschreitungen.
Keine Anwendung.
Schiedsrichter ahnden nur bei unfairen und massiven Überschreitungen.
Keine Anwendung.
Schiedsrichter ahnden nur bei unfairen und massiven Überschreitungen.
Keine Anwendung.
Schiedsrichter ahnden nur bei unfairen und massiven Überschreitungen.
RückspielKeine AnwendungKeine AnwendungNormale AnwendungKeine Anwendung
BallbesitzSprungball,
danach wechselnder Ballbesitz
Sprungball,
danach wechselnder Ballbesitz
Sprungball,
danach wechselnder Ballbesitz
Sprungball,
danach wechselnder Ballbesitz
FoulsKeine Foulgrenze für persönliche Fouls, Teamfoulgrenze: 4 pro Achtel, Fouls im Wurf werden mit Freiwürfen bestraft.Keine Foulgrenze für persönliche Fouls, Teamfoulgrenze: 4 pro Achtel, Fouls im Wurf werden mit Freiwürfen bestraft.Normale FoulregelnKeine Foulgrenze für persönliche Fouls, Teamfoulgrenze: 4 pro Achtel, Fouls im Wurf werden mit Freiwürfen bestraft.
Spezielle RegelnUntersagt sind alle Formen von Blöcken, direkt am Ball (z.B. Hand-Off) und indirekt abseits des Balles.
Mensch-Mensch-Verteidigung ist Pflicht, Ganzfeld-Verteidigung ist zulässig.
Alle Formen des Doppelns in Ganz- und Halbfeld sind untersagt.
Verstöße werden vom Schiedsrichter mit 1 Punkt und Ballbesitz für die gegnerische Mannschaft (Einwurf an der Mittellinie) geahndet.
Der Punkt wird jeweils dem Kapitän der gegnerischen Mannschaft gutgeschrieben. Dies wird auf dem SBB mit einem "K" in der Spalte mit den Spielernummern vermerkt.
BallübergabeImmer, sowie bei pädagogischem Bedarf (Erklärungen)Immer, sowie bei pädagogischem Bedarf (Erklärungen)Immer, sowie bei pädagogischem Bedarf (Erklärungen)Immer, sowie bei pädagogischem Bedarf (Erklärungen)
Auszeitenkeinekeinekeinekeine
Spielergebnis
Punktestand
Tabelle
Normale Wertung
Punkte werden nicht angezeigt.
Keine Tabelle
Normale Wertung
Punkte werden nicht angezeigt.
Keine Tabelle
Normale Wertung
Punktestand wird angezeigt.
Normale Tabelle
Normale Wertung
Schiedsrichter2 Schiedsrichter2 Schiedsrichter2 Schiedsrichter2 Schiedsrichter
SonstigesAllgemeinsportlicher Wettkampf in der Halbzeit oder nach dem Spiel (Empfehlung)allgemeinsportlicher Wettkampf in der Halbzeit oder nach dem Spiel (Empfehlung)
Ausnahmen TurnierformateBei der Durchführung von Wettbewerben in Turnierformaten können die Anzahl der zu spielenden Perioden und die Pflichteinsätze der Kinder entsprechend proportional angepasst werden.
 

Stand: 30. April 2020
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