Schiedsrichter-Coachings

Coaching-Philosophie

Der eingeleitete Zielbild-Wandel vom Sichter hin zum Schiedsrichter-Coach stellt eine der zentralen Neuerungen im Aus- und Weiterbildungskonzept des BKO dar! Der Schiedsrichter-Ausschuss wird dabei durch verschiedenste Weiterbildungsangebote für Schiedsrichter-Coaches auf einen möglichst einheitlichen Qualitätsstandard hinarbeiten.

Als Quintessenz der Coaching-Philosophie seien an dieser Stelle die folgenden Leitsätze genannt:
Das Ziel einer Spielnachbesprechung durch einen Schiedsrichter-Coach muss es sein, dem betreuten Schiedsrichter durch konstruktive und sachliche Kritik sowie Analysen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für das nächste Spiel und weitere allgemeine Entwicklungsmöglichkeiten für diesen aufzuzeigen. Ein Coach hilft dem Schiedsrichter dadurch, dass er ihn zu eigenem Nachdenken über die individuellen Verbesserungspotentiale anregt! Die noch vor wenigen Jahren eindeutig zugewiesene Aufgabe, ein Beurteilungsgespräch zu führen, rückt aus diesem Grund vollständig in den Hintergrund.

Der für jeden SR-Coach als verbindlich zu erachtende Gesprächsaufbau unterscheidet die folgenden Gesprächs-Episoden:

  1. Sachliche Analysen zu ausgewählten, spielentscheidenden Situationen
  2. Offene Kritik: Fehlentscheidungen, Ungünstiges Verhalten aus Sicht des Schiedsrichter-Coaches
  3. Individuelle Beratung: Aufzeigen von konkreten Verhaltensoptionen
  4. Gezieltes Motivieren: Positive Eigenschaften herausstellen

Die folgenden Hinweise dienen dazu, dem SR-Coach Orientierung zur Planung und Gestaltung eines Coaching-Gesprächs zu bieten.

  1. Zu Beginn und am Ende des Gesprächs arbeitet der Schiedsrichter-Coach vor allem auf eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre hin.
  2. Die Phase der Offenen Kritik setzt immer unmittelbar nach der Eröffnungsphase ein.
  3. Für den Fall, dass mehrere Kritikpunkte angesprochen werden müssen, gilt immer, dass der der Schiedsrichter-Coach zuerst den schwerwiegendsten Kritikpunkt, gefolgt von den weiteren minder schweren Kritikpunkten aufgreift.
  4. Der Schiedsrichter-Coach achtet beim Zuhören sowohl auf die sachlichen, als auch auf die emotionalen Botschaften seines Gegenübers.
  5. Der Schiedsrichter-Coach nutzt die Methode des Paraphrasierens (Umschreibung von Gesprächsaussagen des betreuten Schiedsrichters in anderen Worten) dazu, sich über die Ansichten seines Gegenübers Klarheit zu verschaffen.
  6. Der Schiedsrichter-Coach nutzt die Methode des Verbalisierens (Aussprechen von zwischenmenschlichen Belangen, die die Gesprächssituation belasten), um in "Gesprächs-Krisen" wieder für Offenheit in der Gesprächssituation zu sorgen.
  7. Der Schiedsrichter-Coach bemüht sich, ICH-Botschaften zu senden. Es ist immer so, dass der Coach ein "Problem" mit einer Verhaltensweise des Schiedsrichters hat. Vergesse also nie wem dieses "Problem" gehört!